Altar & Co. – dein magischer Arbeitsplatz

Kerzen - Grundausstattung für Rituale
Kerzen - Grundausstattung für Rituale

Um drinnen magisch zu arbeiten, solltest du dir einen besonderen Platz einrichten. Am Schreibtisch zwischen Tastatur und Rechnungen wird es dir unnötig schwerfallen, dich zu konzentrieren und in die richtige Stimmung zu versetzen.
Etwas esoterischer ausgedrückt, sind dort einfach zu viele störende Energien vorhanden.

Anrufen der Elemente im Hexentum - Ritual

Den Alltag ausblenden

Idealerweise richtest du dir daher einen Bereich für deine Rituale und Meditationen ein, der dich nicht mit schnöden alltäglichen Dingen ablenkt. Ständig auf den Ordner mit der Steuererklärung zu gucken, ist nämlich nicht gerade förderlich.

Ich selber habe meinen Altar in einer Zimmerecke aufgebaut, wo ich im Hintergrund nur die Wand und die Rückseite eines Sessels sehe. Zeichnungen und Fotografien als Wandschmuck sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Altar für magisches Arbeiten - Wicca
Mein Altar

Alltagsgegenstände kaschieren

Du kannst auch einfach hübsche Decken oder Vorhänge verwenden, um Regale zu verdecken oder einen geschützten Bereich abzuteilen.

In unserem Yogastudio werden die ganzen Decken, Kissen und sonstigen Accessoires in einem großen Regal an der Wand aufbewahrt, das man mit einem Vorhang verdecken kann. Bevor wir mit der Klasse anfangen, zieht unsere Yogalehrerin immer erst diesen Vorhang zu. Anfangs habe ich das ein bisschen belächelt, mittlerweile ist mir das selber wichtig. Es hilft einfach enorm beim Runterkommen und Konzentrieren, wenn das Auge nicht dauernd unbewusst an irgendwelchem Gerümpel hängenbleibt.

Dafür sorgen, dass du ungestört bist

Wenn du nicht alleine wohnst, kannst du am besten eine Tür schließen und so dafür sorgen, dass du nicht gestört wirst. Du musst deinen Mitbewohnern ja nicht gleich unter die Nase reiben, dass du ein Ritual durchführen möchtest. Meditationen sind gesellschaftsfähiger, da stellt sich niemand wer weiß was Abstruses drunter vor. 😉

Was selbstverständlich sein sollte: schalte dein Handy aus oder stell es zumindest auf lautlos. Wenn du über deinen Computer im Hintergrund Musik laufen lassen möchtest, schalte den Benachrichtigungston für eintrudelnde Mails ab.

Dich sollte einfach so wenig wie möglich ablenken.

Brauchst du einen Altar?

Beim Stichwort „Altar“ denkst du jetzt vielleicht an einen protzigen Trumm wie in der Kirche. Quark – das kannst du viel entspannter angehen! Letztlich ist ein Altar einfach dein „magischer Arbeitstisch“. Hier stellst du Kerzen und symbolische Gegenstände auf, bringst Kristalle und Edelsteine mit ins Spiel oder legst die Tarotkarten.

Einige nutzen den Altar, um all ihr magisches Handwerkszeug gesammelt aufzubewahren, andere dekorieren ihn je nach Jahreszeit bzw. Jahreskreisfest um. Das kannst du halten, wie du willst! 🙂

In manchen Wicca-Traditionen gibt es Regeln, nach denen der Altar ausgerichtet und gestaltet wird. Ich selber sehe das ganz undogmatisch – ich stelle die Dinge einfach so auf, wie es praktisch ist und hübsch ausschaut.

Kerzen auf einem Wicca-Altar
Kerzen sind eine Grundausstattung für deinen Altar

Ein fester Altar

Ziemlich praktisch ist es, wenn du deinen Altar einfach aufgebaut lassen kannst. Dazu eignet sich ein Fach im Bücherregal, ein Tisch oder Beistelltisch oder einfach ein Bereich auf dem Boden.

Jedesmal beim Vorbeigehen kannst du dich an ihm erfreuen und auch seine Energien nutzen. Die Autorin Jenai’su drückt das so aus:

Allein durch seinen Anblick kann er [der Altar] uns daran erinnern, was wir sind und je häufiger er in Meditationen, Gebete und Rituale eingebunden ist, desto mehr Energie sammelt sich in und um ihn herum.

Jenai’su: Hexenwege, S. 41
Yule-Meditation in Wicca: A Year and a Day
Mit Tüchern, Pflanzen und Lichterketten schaffst du eine schöne Atmosphäre auf deinem Altar

Bedenke, dass du vermutlich Kerzen entzünden möchtest. Dafür solltest du also genügend Platz nach oben hin haben, es darf nicht ziehen und der Untergrund sollte nicht wackelig sein. Safety first!

Auf dem Boden könnten Haustiere auf Dinge treten oder deine Ritualgegenstände für ein supertolles Spielzeug halten (wo war nochmal der Unterschied zwischen einer kunstvoll geschnitzten Göttinnenstatue und einem Kauknochen…?!).

Ich selber verwende ein dreistufiges Pflanzenregal, das es mal für kleines Geld beim Discounter gab. Das schwarze, verschnörkelte Metall sieht stimmig aus und durch die drei Ebenen habe ich genügend Platz für alle Utensilien.

Altar für magisches Arbeiten - Wicca
Mein Altar war mal ein Pflanzenregal 🙂

Der „getarnte“ Altar

Vielleicht ist es dir unangenehm, einen als solchen erkennbaren Altar aufzubauen. Gerade, wenn du nicht alleine lebst, kann der ja schon mal zu hochgezogenen Augenbrauen führen.

Richte in dem Fall einfach einen „getarnten“ Altar ein: solange du keine Pentakel & Co. aufstellst, sieht der einfach nach einer hübschen Raumdekoration aus. Du kannst dich mit Blumen, Kerzen und Dekoartikeln austoben.

Mabon - Erntedank
Ein Altar oder einfach Deko?

Ein mobiler Altar

Natürlich kannst du deinen Altar auch so gestalten, dass er sich easypeasy wegräumen lässt.

Ein Karton oder eine schöne Holzkiste, in der all deine Ritualgegenstände Platz finden, ist schnell unterm Bett oder im Schrank verstaut. Zusammengeklappt kann sie dir als Altar dienen. Dekoriere die Kiste mit Symbolen oder bedecke sie mit einem hübschen Tuch.

Haustiere beim magischen Arbeiten dabeihaben oder nicht?

Immer mal wieder kommt die Frage auf, was man denn mit den vierbeinigen Mitbewohner macht: lässt du sie im Raum, wenn du ein Ritual durchführst, oder solltest du lieber ganz ungestört sein?

Ein nachvollziehbares Argument ist, dass Tiere ein Teil der Natur sind und daher nicht „stören“ können. Gerade, wenn deine Fellnasen einfach ruhig in einer Ecke dösen, kannst du sie ruhig im Raum lassen.

Bedenke allerdings, dass sie vielleicht aufspringen und herumlaufen. Wedelnde Hundeschwänze und brennende Kerzen sind eine schlechte Verbindung. Eine nach ihrem Dosenöffner maunzende Katze finde ich persönlich ziemlich ablenkend, weil ich dann ja doch aufstehe und mich auf Alltagsdinge besinne. Im Zweifelsfall rieche ich bei der magischen Arbeit zudem lieber ein Duftöl als einen Hundepups. 🙂


Wie gestaltest du deine Umgebung für Rituale?

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3 Antworten

  1. Chris sagt:

    Huhu Black-Wolf,
    einen sehr schönen Altar hast du da. Mir gefällt das immer sehr, bei anderen in die „magische Praxis“ spitzeln zu dürfen. Bei mir ist es auch eher die ‚getarnte‘ Variante. Die Sachen liegen offen aus, sind aber in meinem Ritualraum oder eher Arbeitsraum verteilt. Das einzige wirklich immer stationäre Teil ist das Visionboard.
    Hattest du schon immer einen offenen Altar oder was hat dich dazu bewogen, den zum festen Teil deiner Umgebung zu machen? Und praktizierst du ‚anders‘ mit einem festen Altar?

    Alles Liebe und danke für diesen informativen Beitrag,
    Chris

    • Black Wolf sagt:

      Hallo Chris,

      dankeschön! 🙂

      Oh, du hast einen eigenen Ritualraum? Wow, das stelle ich mir auch hilfreich vor.

      Hmm, zu Beginn hatte ich sogar persönlich so meine Schwierigkeiten mit einem Altar, weil ich ihn mit Kirche und religiösem Overhead verbunden habe. Ich bin ja mehr so „frei Schnauze“ unterwegs und finde auch zu strenge Ritualvorschriften beim Wicca etwas suspekt.
      Irgendwann kam aber doch der Wunsch auf, gemäß der Jahreskreisfeste ein wenig Deko aufzustellen. Daneben sammelten sich alsbald die Gegenstände, mit denen ich gearbeitet hatte und sie eigentlich nicht wieder im Schrank verstauen wollte, weil sie ja auch hübsch anzuschauen sind. Und dann hatte ich auf einmal doch einen Altar. 😀

      Ob ich dadurch anders praktiziere… hmm, eigentlich nicht. Aber im Alltag fällt mein Blick so natürlich häufiger auf die Gegenstände auf dem Altar, sodass ich beispielsweise öfter an die Tarotkarte denke, die da vielleicht gerade offen herumliegt. Das verringert die „Kluft“ zwischen schnödem Alltag im Home Office und spirituelleren Themen.

      Liebe Grüße
      Black Wolf

      • Chris sagt:

        Hallo Black Wolf,
        oooh – vielen Dank für deine ausführliche Antwort 💜
        Hach, so ein reiner Ritualraum wäre mein absoluter Traum. *lach* Im Moment ist es eher mein Arbeitsraum – für Steuer, Bloggen, Kreativkram etc. Ich nutze ihn für Rituale, da ich dort am ehesten ungestört bin. Mit der Einschränkung, dass ich vorher immer aufräumen muss um mich aufs Ritual konzentrieren zu können.

        Deine Art zu praktizieren klingt sooo sympathisch. Der religiöse Overhead, den du beschreibst, ist tatsächlich auch einer der Gründe warum ich mich bisher auf den Altar kaum einlassen konnte. Da kommen mir immer schnell Zweifel wie „machst du das jetzt richtig?“ etc.
        Bin dir daher sehr dankbar für den Impuls, dass es absolut okay ist sich schrittweise ranzutasten. Ich möchte jetzt ein bisschen mehr mit dem Thema spielen. Total inspirierend – danke dir.

        Liebe Grüße und eine schöne Woche,
        Chris

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