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Hexenneujahr – ein neuer Zyklus beginnt

Hexenneujahr – ein neuer Zyklus beginnt

Im keltischen und neuheidnischen Jahreskreis endet das Jahr nicht am 31. Dezember, sondern zwei Monate früher mit Samhain am 31. Oktober. Daher gilt der 1. November als Hexenneujahr.


Analog zu Silvester im „normalen“ Kalender feiern wir heute also den Beginn eines neuen Zyklus im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Über Samhain habe ich bereits letztes Jahr recht ausführlich geschrieben:

Samhain - die Begegnung mit der Dunkelheit

Warum es unterschiedliche Zeitpunkte für Samhain & das Hexenneujahr gibt

Tatsächlich existieren drei verschiedene Betrachtungsweisen, wann genau denn nun das alte magische Jahr endet und das neue beginnt:

Laut Kalender

Kalendarisch gesehen geht es bei Samhain immer um die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November.

Dieser Ansatz ist heute der am weitesten verbreitete.

Gemäß der Mondphasen

Alternativ dazu werden die Mondphasen betrachtet. Hier endet das Jahr mit dem 11. Dunkelmond. Dieses Jahr wäre das beispielsweise bereits am 28. Oktober der Fall gewesen.

Abhängig vom Wetter

Zu guter Letzt kann man aber auch die Natur beobachten – ganz oft gibt es diesen einen Tag, wo das Wetter umschlägt und du spürst, dass jetzt die kalte Jahreshälfte anbricht.

In diesem Jahr war das bei uns ganz klar am 28. Oktober der Fall. Einen Tag vorher war es noch so warm, dass ich kurzärmelig im Garten herumfuhrwerken konnte. Dann fielen die Temperaturen schlagartig ab – nachts fror es und auch tagsüber blieb es bitterkalt. Die Welt hüllte sich in dicken Nebel und unser Ahorn warf von jetzt auf gleich fast alle Blätter ab.

Dieser Zeitpunkt ist natürlich von Region zu Region unterschiedlich und kann auch nicht allzu präzise vorhergesagt werden.

Anfang oder Ende?

Samhain ist ja ein Totenfest, bei dem zumeist der Ahnen gedacht wird. Gleichzeitig ist es auch die Zeit, um dich mit deiner eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen.

Ich selber habe heute Nacht die Samhain-Meditation aus Wicca: A Year and a Day durchgeführt. Im Anschluss an eine bewusste Atemübung geht es darum, dem eigenen Tod in Form einer Gestalt zu begegnen und mit ihr Zwiesprache zu halten, um Ratschläge für das Leben zu erhalten.

Das klingt nach verdammt düsteren Themen – oder?!

In einer linearen Weltanschauung sind Geburt und Tod so weit voneinander entfernt, wie es nur irgend möglich ist. Anfang und Ende stellen krasse Gegensätze dar und wenn’s vorbei ist, ist’s vorbei.

In einem zyklischen Weltbild hingegen betrachten wir den Kreislauf des Lebens als großes Ganzes. Die Natur ist ja ein niemals endender Wechsel aus Werden und Vergehen.

Jedes Ende stellt einen Anfang dar. Ohne den Winter kann es keinen Frühling geben und ohne den Tod kein Leben.

Daher ist es elementar wichtig, dass wir im Jahreskreis Samhain nicht einfach überspringen, weil wir mit dem Tod lieber nichts am Hut haben wollen.

Ohne ein Ende kann es keinen neuen Anfang geben.

Samhain - Nebel

Das Hexenneujahr feiern

Heute beginnt also ein neuer Zyklus und das ist ein guter Zeitpunkt für eine Selbstreflexion, was deine spirituelle Entwicklung angeht:

Was hast du in den vergangenen zwölf Monaten gelernt? Welche Erfahrungen durftest du machen und wie haben sie dich verändert? Ist dir irgendein Ritual als besonders kraftvoll in Erinnerung geblieben?

Und was wünschst du dir für das kommende Jahr? Mit welchen Themen möchtest du dich mehr beschäftigen?

In diesem Sinne wünsche ich dir eine bereichernde weitere Runde durch den Jahreskreis. 🙂

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