Mabon - Herbst

Mabon – die Tagundnachtgleiche im Herbst

Zeitgleich mit dem kalendarischen Herbstanfang feiern wir im Jahreskreis heute Mabon, die Herbst-Tagundnachtgleiche.

Das Gleichgewicht von Tag und Nacht

Was genau bedeutet das? – Mabon ist das Datum im Herbst, an dem Tag und Nacht exakt gleich lang sind. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang vergehen genau 12 Stunden und entsprechend auch wieder 12 Stunden vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang.

Mabon - Herbst

Wer es noch ein wenig genauer mag:

Der astronomische Herbst beginnt, wenn die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 180° beträgt. Dies ist der Zeitpunkt der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche (Sekundaräquinoktium). Er fällt bis auf wenige Sekunden mit dem Zeitpunkt zusammen, in dem die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden durchschreitet.

Quelle: Wikipedia

Ab morgen werden die Nächte also länger sein als die Tage, die dunkle Jahreszeit beginnt. Jeder Tag wird nun 3 Minuten kürzer sein als sein Vorgänger, bis am 21. Dezember schließlich mit der Wintersonnenwende der kürzeste Tag und die längste Nacht erreicht sein werden.

Die letzten warmen Sonnenstrahlen des Altweibersommers genießen wir also noch einmal ganz bewusst, um uns für Dunkelheit und Kälte zu wappnen.

Mabon - Herbstlaub

Die Herbst-Tagundnachtgleiche im Jahreskreis

Mabon folgt auf Lughnasadh / Lammas, das wir am 1. August feierten, und stellt das letzte Fest im Jahreskreis dar. Mit Samhain wird dann am 31. Oktober das neue heidnische Jahr beginnen.

Das Pendant zu Mabon ist Ostara, die Frühlings-Tagundnachtgleiche im März.

Mabon - Herbst

Was feiern wir zu Mabon?

Zwei große Themen gehören zu Mabon:

Dankbar sein

In erster Linie ist Mabon ein klassisches Erntedankfest, wie sie bis heute auch von „Otto Normalbürger“ gefeiert werden. Der Natur wird für die Nahrung gedankt, die in diesen Wochen überall im Überfluss geerntet werden kann und die uns durch den Winter bringt.

Im Gemüsegarten habe ich gestern unsere Kürbisse geerntet, die ersten Möhren ausgegraben und zwischendurch immer mal wieder ein paar süße Himbeeren von den Sträuchern genascht. Die Kartoffeln sind schon im Keller eingelagert und allmählich lichten sich die Reihen im Beet.
Von den Feldern dringt das Röhren der Traktoren herüber, wo die Bauern mit der Maisernte begonnen haben.

Mabon - Erntedank

Im übertragenenen Sinne geht es auch im die Dankbarkeit für alles Gute in deinem Leben und für das, was du im Laufe der letzten Monate erfahren durftest: von materiellem Wohlstand und Frieden über Freundlichkeit und schöne Momente mit deinen Lieben hin zu Dingen, die du gelernt hast und die dich auf deinem Weg weitergebracht haben.

Ausgewogenheit

Neben dieser Dankbarkeit ist Gleichgewicht das zweite große Thema zu Mabon. Tag und Nacht sind heute genau gleich lang, Licht und Dunkel befinden sich in einer seltenen Ausgewogenheit.

Frau Birkenbaum hat dafür schöne Worte gefunden:

Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit sind an diesem Tag in vollkommenem Gleichklang, es herrscht eine Ausgewogenheit der Kräfte und alles Leben ruht für einen kurzen Moment in perfekter Harmonie.

Quelle: Herbst-Tagundnachtgleiche (Mabon): Alte Rituale und Bräuche
Mabon - Erntedank

Dies ist ein guter Zeitpunkt, um über die Ausgewogenheit der verschiedenen Aspekte deines Lebens zu reflektieren: was nimmt (zu) viel Raum ein, was kommt vielleicht zu kurz? Was möchtest du ändern? – Wenn du magst, kannst du diese Reflexion auch mit Tarotkarten begleiten.


In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Mabon!

3 Kommentare

  1. Sabienes sagt:

    Wow! Was für ein schöner Blog! Und irgendwie bist du mir genau im richtigen Moment in meinem Leben aufgetaucht. Wir hatten hier einmal mit ein paar Frauen einen Ritualkreis und so gut wie es ging alle Feste im Jahreskreis gefeiert. Aus verschiedenen Gründen viel unser Kreis auseinander, der dazugehörige Blog ist der DSGVO zum Opfer gefallen und seitdem hat sich mein persönlicher Fokus auf andere Dinge konzentriert – fast zu sehr.
    Ich danke dir, dass du diesen Blog schreibst und habe gleich mal deinen Feed abonniert.
    Liebe Grüße
    Sabienes

    • Black Wolf sagt:

      Hallo Sabienes,

      lieben Dank für deine herzlichen Worte!

      Ja, tatsächlich war es ein Teil meiner Motivation, diese Seite ins Leben zu rufen, dass es vor allem im deutschsprachigen Raum nur extrem wenige einschlägige Blogs gibt.

      Liebe Grüße
      Black Wolf

  2. Chris sagt:

    Ein sehr schöner Artikel, Black Wolf! Da war doch einiges dabei, was mir gar nicht bewusst war. Die 3 Minuten zum Beispiel. Ich hatte bisher gar kein Gefühl dafür, wie schnell oder langsam es dunkel wird.
    Wäre aber ein schönes kleines tägliches Ritual für die dunkle Jahreszeit oder eben auch für’s Frühjahr, wenn es heller wird: Sich diese 3 Minuten bewusst zu machen… Total spannend.
    Mit dem Thema Ausgewogenheit und Gleichgewicht sprichst du mir gerade aus der Seele. Das ist im Moment doch noch eine große… ich nenne es mal Baustelle. ^^
    Habe den Artikel sehr genossen und auch wieder einiges gelernt.

    Alles Liebe,
    Chris

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