Mgischer Kaufrausch?!

Magischer Kaufrausch?! Was du als Junghexe brauchst – und was nicht

- zuletzt aktualisiert am 16. März 2019

Wenn du beginnst, dich mit der Hexenkunst zu beschäftigen und die ersten Artikel über verschiedene magische Techniken liest, dann fällt dir vermutlich erstmal eines auf: du scheinst jede Menge Zeug zu brauchen!

Kerzen in allen möglichen Farben. Plus Kerzenhalter, klar. Tarotkarten. Räucherwerk. Ein Pendel. Mindestens ein halbes Dutzend verschiedener ätherischer Öle. Selbstverständlich benötigst du ein Athame, einen Stab, einen Kelch, und überhaupt – einen Altar mitsamt Decke und mindestens einer Statue, denn es soll ja auch nach was aussehen, gelle? Ein Grimoire muss her, ein stilvoller Spiegel, und natürlich jede Menge magischer Steine für alle möglichen Zwecke, und spezielle Gewürze, am besten eine Robe für Rituale, und was war mit den Runen, und und und… örx.

Denkst du darüber nach, ob dein erstes Ritual wohl am besten ein Geldsegen-Zauber sein sollte? Lies erstmal weiter. 😀

In was solltest du als Junghexe dein Geld investieren?

(„Junghexe“ bezieht sich auf deine Erfahrung, nicht auf dein biologisches Alter.)

All die Ritualgegenstände und Utensilien dienen letztlich nur dazu, dein Unterbewusstsein anzustupsen, Energien und Emotionen zu aktivieren. Sie sind wertlos und leblos, wenn du nichts mit ihnen anzufangen weißt.

Stell dir vor, du hast noch nie in deinem Leben gekocht oder auch nur eine Küche betreten. Auf einmal stehen vor dir ein Päckchen Nudeln, ein Topf und ein Herd. Du wirst eine grobe Idee haben, dass daraus vielleicht etwas Leckeres werden könnte… aber wie? Solange du nicht weißt, dass Nudeln gekocht werden müssen und wie man einen Herd bedient, kannst du allenfalls Spaghetti-Mikado spielen, dir den Topf auf den Kopf setzen und denken, dass der Herd nett aussieht. Dein Magen knurrt trotzdem und irgendwie bist du frustriert.

So ungefähr ist das auch mit den magischen Utensilien. Sie können hilfreich sein, wenn du sie einzusetzen weißt. Alleine bewirken sie aber gar nichts. Die eigentliche Magie geschieht in dir selber. Du musst wissen, was zu tun ist… und das gilt es zu lernen.

Platz 1 ist für mich daher ganz klar:

1) Bücher

Sofern du nicht die Chance hast, in einem Zirkel unterrichtet zu werden, bist du magischer Autodidakt. Dein Wissen kommt aus Büchern und indem du es anwendest, wandelt es sich in Erfahrung.

Für den Anfang empfehle ich dir:

Bücher über Hexenkunst
Bücher kann man nie genug haben! Ein Teil meines Bücherregals

2) Kerzen

Kerzen sind großartig, weil sie unglaublich vielseitig sind. Zudem kannst du sie preiswert und leicht beschaffen.

Um mit Magie zu arbeiten, musst du dich in eine entsprechende Stimmung versetzen. Die Pause-Taste für den Alltag drücken, zur Ruhe kommen und dich fokussieren. Dafür nutzt du etwa Atemtechniken und Visualisierungen, aber darüber hinaus gibt es noch mehr Hilfsmittel. Du solltest alles nutzen, was dir hilft! Leise Musik im Hintergrund etwa – und Kerzen.

Kerzen sind das einfachste Mittel, um die Atmosphäre eines Raums zu verändern. Sie erzeugen eine ganz andere Stimmung als elektrisches Licht – natürlicher, ursprünglicher, lebendig.

Kerzen - Grundausstattung für Rituale
Kerzen – Grundausstattung für Rituale

Dich auf eine leicht flackernde Kerze zu konzentrieren, ist ein sanfter Einstieg in eine meditative Stimmung.

Nicht zuletzt sind Kerzen hübsch anzusehen. Du bekommst sie in allen möglichen Farben und Formen und kannst damit deinen Altar schmücken oder sie einfach als „normale Raumdeko“ platzieren.

Manchmal wirst du mehrere Kerzen auf einmal entzünden wollen. Bei Stabkerzen erfordert das eine größere Anzahl an Kerzenhaltern in der richtigen Größe. Sofern du die nicht ohnehin schon besitzt und dir die Anschaffung sparen möchtest, empfehle ich dir dicke Stumpenkerzen.

In der Hexenkunst wird mit unterschiedlich gefärbten Kerzen gearbeitet, um verschiedene Energien zu aktivieren. Klassische Farben sind Weiß, Rot, Gelb, Blau, Grün und Schwarz. Grundsätzlich gilt Weiß als universale Farbe, die du immer verwenden kannst. Im Zweifelsfall reichen also weiße Kerzen für den Einstieg vollkommen aus.

In einigen Ritualen wird ein Wort oder ein Symbol in die Kerze eingeritzt und die Kerze anschließend abgebrannt. Wenn du dafür nicht gleich eine ganze Stabkerze opfern willst, tut es auch ein kleines Teelicht.

3) Ein Notizbuch

Lernen und Selbstreflexion sind essentielle Bestandteile deiner magischen Entwicklung. Bei beidem hilft es, wenn du regelmäßig Notizen anfertigst: notiere dir Fakten und Erkenntnisse und halte auch deine Fragen fest. Ein solches sogenanntes Grimoire / Book of Shadows ist eines deiner wichtigsten Werkszeuge.

Es ist übrigens spannend, wenn du später zurückblätterst und deine anfänglichen Ideen und Fragen noch einmal Revue passierst, deine Fortschritte beobachten kannst.

So ein Grimoire muss nicht wer weiß wie edel und teuer sein. Wenn du jedesmal vor Ehrfurcht erstarrst und kaum wagst, darin eine Seite zu beschreiben, dann bringt es dir nichts. Ein normales Notizbuch tut’s völlig.

Magisches Notizbuch / Grimoire

Ich persönlich mag die schlichten DIN A5-Notizbücher mit Punkteraster oder Linien ganz gerne, etwa dieses hier* von Moleskine.

4) Sei kreativ… und kritisch!

„Wie, das war’s?“, denkst du dir jetzt vielleicht und bist womöglich auch etwas enttäuscht. Nur so stinknormale Dinge? Wo bleiben dabei denn dieser ganz besondere Charme und die Atmosphäre, die magische Utensilien umweht?

Denn Hand aufs Herz: ein bisschen lifestyle hängt bei solchen Gegenständen ja doch immer mit dran. Nicht im oberflächlichen Sinne, sondern einfach, weil wir Räume nunmal gerne so einrichten, dass wir uns darin wohlfühlen, und uns gern mit ansprechenden Dingen umgeben.

Vieles kannst du selber basteln oder in der Natur finden. Halte im Wald Ausschau nach einem kleineren Ast, der dich anspricht – daraus kannst du deinen Stab herstellen. Dekoriere deinen Altar je nach Jahreszeit mit Blumensträußen, Topfpflanzen, Tannenzapfen oder Zweigen. Pentagramme und andere Symbole kannst du in Salzteig einritzen oder auf kleine Kärtchen malen. Ein Pendel kannst du selber aus einem Ring oder einem Schmuckstein basteln.

Es spricht natürlich auch gar nichts dagegen, dass du dir im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Utensilien zulegst. Bei mir hat sich mittlerweile auch so einiges angesammelt. Wichtig ist nur, dass du nicht gleich am Anfang blindlinks alles Mögliche kaufst, weil du glaubst, sonst nicht „richtig“ magisch arbeiten zu können.

Generationen von Hexen sind ohne so viel Firlefanz ausgekommen.

Nicht zuletzt gibt es schließlich auch die „Magie der hohlen / leeren Hand“, in der auf sämtliche Ritualgegenstände verzichtet und nur in der Imagination gearbeitet wird. Das ist nicht besser oder schlechter als das Verwenden von Utensilien – nur anders.
Es schadet auf jeden Fall nicht, diese Möglichkeit im Hinterkopf zu behalten… das bewahrt dich vor der „Magie des leeren Geldbeutels“. 😀


Wie siehst du das? Welche Utensilien findest du essentiell?

2 Kommentare

  1. Chris sagt:

    Hallo Black-Wolf!
    Endlich komme ich bei dir zum kommentieren 🙂 Ein toller, und wichtiger Artikel. Du bringst es total sympathisch auf den Punkt. Magische Arbeit ist etwas total persönliches, das meines Empfindens nicht an tollen Gadgets hängen sollte. Klar dürfen die sein.
    Allerdings tut es auch richtig weh, ungenutzte magische Gegenstände herumliegen zu haben oder am Ende sogar entsorgen zu müssen, weil sie überaltert sind. Ich erinnere mich an ein paar handgezogene Duftkerzen, die ich aus lauter Ehrfurcht jahrelang nicht benutzt habe. Irgendwann ist das ätherische Öl mit dem Paraffinharz reagiert, sie brannten nicht mehr richtig und ich musste sie wegwerfen. Seitdem überlege ich mir dreimal ob ich etwas wirklich brauche oder gerade mein innerer Drache Smaug mit mir durchgeht.

    Am wichtigsten finde ich tatsächlich das Notizbuch. Alles andere lässt sich prima substituieren.
    Bei dem Teelicht musste ich schmunzeln – funktioniert gut 🙂

    Sehr unterhaltsamer Artikel! Dankeschön.
    Viele liebe Grüße,
    Chris

    • Black Wolf sagt:

      Hallo Chris,

      oooh ja, den Punkt mit der „Ehrfurcht“ vor besonders hübschen oder teuren Dingen kenne ich auch. Selbst bei so banalen Dingen wie besonders schön schreibenden Stiften, die ich mich dann oft so lange nicht traute zu benutzen, bis sie irgendwann eingetrocknet waren. Eek… nicht im Sinne des Erfinders.

      Bei magischem Zubehör muss ich in der Hinsicht mit Aroma-Ölen aufpassen. Die sind ja meist relativ teuer, halten aber halt auch nicht ewig.

      Liebe Grüße
      Black Wolf

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