Rezension: Wicca - A Year and a Day | Timothy Roderick

Wicca: A Year and a Day – Rezension & 1. Retrospektive

Ein Wicca-Arbeitsbuch, das 366 tägliche Aufgaben und Übungen bereit hält… taugt das was?

Um Wicca: A Year and a Day* von Timothy Roderick schlich ich schon länger herum. Im November 2018 habe ich mir das Buch schließlich zugelegt und begonnen, damit zu arbeiten. Es gibt darüber relativ wenige deutschsprachige Erfahrungsberichte, deswegen werde ich hier mal ein paar Einblicke geben und berichten, wie ich mit dem Buch zurechtkomme und ob ich es weiterempfehlen kann.

Was genau erwartet mich?

Allem voran sei gesagt, dass es sich um ein englischsprachiges Werk handelt. Bislang wurde es nicht ins Deutsche übersetzt.

Der Untertitel lautet „366 days of spiritual practice in the craft of the wise“. Diese 366 Tage wurden in Anlehnung an die Zeitspanne von einem Jahr und einen Tag gewählt, die im Wicca traditionell vor der Initiation mit Studieren und Lernen verbracht werden sollen.

Die Aufgaben sind für das Selbststudium konzipiert, du brauchst also keine Gruppe.

Mit knapp 400 Seiten in einem Format, das annähernd DIN A4 entspricht, erwartet dich eine ganze Menge Text. Jeder Tag umfasst ungefähr eine Seite und unterteilt sich meist in einen informativen Abschnitt sowie die Beschreibung der Übung. Einzelne Themen werden auch illustriert, etwa bestimmte Gesten oder die Position der Chakren.

Rezension: Wicca - A Year and a Day | Timothy Roderick

Die einzelnen Aufgaben fallen ziemlich abwechslungsreich aus. Mal sind es Fragen zur Selbstreflexion, mal Meditationen, mal Intonationen und Rituale und ab und an werden Dinge selbst hergestellt. Mein Wassail zu Yule zuzubereiten war beispielsweise eine der Aufgaben.

Wie arbeite ich mit Wicca: A Year and a Day?

Als Frühaufsteher lese ich mir die Tagesaufgabe durch, während die übrigen zwei- und vierbeinigen Hausbewohner noch schlafen. Meditationen oder Fragen zur Selbstreflexion erledige ich dann meistens gleich. Praktische Aufgaben nehme ich eher im Laufe des Tages oder, unter der Woche, abends nach der Arbeit in Angriff.

Es hat sich bewährt, grob ein paar Tage im Voraus zu spinxen, was drankommt. Dann weiß ich, wie viel Zeit ich ungefähr einzuplanen habe, ob ich noch irgendein Utensil besorgen muss oder ob die Aufgabe für eine bestimmte Tageszeit vorgesehen ist.

Rezension: Wicca - A Year and a Day | Timothy Roderick

Teilweise forden die Aufgaben explizit dazu auf, schriftliche Notizen anzufertigen. Etwa, wenn man bestimmte Fragen für sich beantworten soll oder es gilt, Tabellen mit Eigenschaften anzulegen. Tatsächlich schreibe ich aber jeden Tag meine Eindrücke und Gedanken zu der Übung auf. Der Prozess des Schreibens macht mir Spaß – früher (in der guten alten Zeit vor dem Internet und dem Bloggen) habe ich jahrelang Tagebuch geschrieben.
Übrigens verwende ich dafür ein ganz normales Notizbuch und nicht mein Grimoire.

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist, dass Roderick in den Ritualen viele ausgefallene Utensilien einbindet. Alle 30 Tage findet sich daher eine explizite Einkaufsliste, auf der Öle, Räucherwerk, bestimmte Kerzen und so weiter stehen. Würde man das alles besorgen, wäre man eine schöne Stange Geld los.
Größtenteils variiere ich daher und verwende Alternativen, die ich ohnehin vorrätig habe. Hier hätte ich mir allerdings eine Erläuterung gewünscht, warum es nun ausgerechnet dieses Kraut oder jenes Öl sein soll.

Welche Themen kamen bis jetzt dran?

Ich arbeite jetzt seit ungefähr drei Monaten mit Wicca: A Year and a Day.

Los ging es mit einigen generellen philosophischen Fragestellungen und einer Einführung in die Meditation. Danach kamen Göttin und Gott in ihren drei jeweiligen Aspekten dran.

Eigentlich widmen sich Tag 53 bis 161 ausführlich den acht Jahreskreisfesten. Ich finde es aber nicht sinnvoll, den ganzen Jahreskreis am Stück durchzuhecheln und dadurch im Frühling die Samhain-Übungen durchzuführen und so weiter. Daher unterbreche ich den regulären Trainingsplan zu den Festen und habe zu Yule und Imbolc die jeweils 10 entsprechenden Aufgaben eingeschoben.

Aktuell beschäftige ich mich mit den Elementen.

Rezension: Wicca - A Year and a Day | Timothy Roderick

Wie gefällt mir Wicca: A Year and a Day?

Grundsätzlich bin ich sehr angetan von dem Buch! Es hilft mir definitiv, am Ball zu bleiben und fast täglich zu studieren und / oder zu praktizieren. Zwischenzeitlich gab es tatsächlich mal drei Wochen, in denen ich gar keinen Kopf dafür hatte und stattdessen pausierte… nachdem mich das anfangs sehr ärgerte, sehe ich das jetzt aber gelassener. Niemand schreibt vor, das Buch wirklich in exakt 366 Tagen durchzuarbeiten, und im Zweifelsfall gehen Familie & Job halt vor.
Generell will ich aber dranbleiben und keine großen Lücken einreißen lassen. Dazu bin ich übrigens auch viel zu neugierig auf die nächsten Übungen, ich freue mich da jeden Tag drauf. 🙂

Nur einige wenige Aufgaben fand ich entweder für mich persönlich unpraktikabel oder schlichtweg blöd. Generell schreibt Roderick in einem angenehm sachlichen Tonfall, ohne esoterisch verschwurbelt zu werden. Als es dann aber einmal hieß, man solle einen auf Papier notierten Wunsch mitsamt etwas zu essen draußen platzieren und falls das dann am nächsten Tag weg sei, hätten die Feen es mitgenommen… da habe ich dann nur den Kopf schütteln können. Ich bezweifle ja, dass Ratten Wünsche erfüllen. 😀 Diese Aufgaben habe ich dann halt ausgelassen.

Inhaltlich würde ich sagen, dass sich das Buch sowohl für komplette Einsteiger, als auch für Fortgeschrittene eignet. Viele der Informationen waren mir zwar nicht neu, aber die angeleiteten Meditationen oder die „DIY-Aufgaben“ dürften für jedes Level spannend sein.

Was sagen andere darüber?

Überhaupt erst aufmerksam geworden bin ich auf Wicca: A Year and a Day vor Längerem durch das Video von BurningPumpkinLady auf YouTube.

Vor dem Kauf habe ich dann nochmal nach Rezensionen und Erfahrungsberichtungen gesucht.
Dabei habe ich den Blog Three Hundred and Sixty-Six von Melissa gefunden, die das Buch bereits vor 10 Jahren durchgearbeitet hat und jeder einzelnen Aufgabe einen Blogeintrag widmete.
Ich habe mir angewöhnt, nach dem Absolvieren meiner Aufgabe später den entsprechenden Beitrag von Melissa herauszusuchen und ihre Eindrücke und Gedanken zu vergleichen. Spannend, wie unterschiedlich unsere Ergebnisse oft sind!


Rund ein Viertel des Buchs habe ich jetzt also durchgearbeitet und kann es soweit auf jeden Fall empfehlen. Ich denke, in ein paar Monaten werde ich hier dann nochmal eine zweite Retrospektive veröffentlichen. 🙂

Hast du zufällig auch schon mit Wicca: A Year and a Day gearbeitet oder liebäugelst damit?

2 Kommentare

  1. […] Nach dem Ausmalen google ich sie nochmal, spinxe schonmal in den entsprechenden Abschnitt von Wicca: A Year and a Day, wo Tarot gegen Ende des Jahres drankommt. Anschließend ergänze die Angaben im […]

  2. […] eigentlich täglichen Aufgaben aus A Year and a Day ließ ich darüber etliche Wochen lang schleifen. Zur Sommersonnenwende war ich so müde, dass ich […]

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